Umkehrhypothek: Die Rente mit Immobilienbesitz aufbessern!

Das Leben in den eigenen vier Wänden bietet viele Vorteile. Nervenaufreibender Stress mit dem Vermieter oder Mieter bleibt Besitzern einer Immobilie erspart. Der finanzielle Vorteil ist ebenfalls unumstritten. Wer seinen Lebensabend in einem kleinen Haus oder der abbezahlten Eigentumswohnung verbringt, muss sich nicht um die nächste Miete sorgen. Doch eine Frage bleibt offen: Besteht eine Möglichkeit, bereits zu Lebzeiten von dem Wert zu profitieren, den das Haus bietet?

Die Anzahl an Immobilienbesitzern ist hoch

Einer Auskunft des Statistischen Bundesamts zufolge besitzen mehr als 50 Prozent aller Personen zwischen 65 und 69 Jahren eine Immobilie. Die reguläre Rente ist gering. Um die monatlichen finanziellen Einnahmen aufzubessern, könnte das sogenannte Betongeld wahre Wunder bewirken. Also was tun? Die Antwort auf diese Frage lautet „Umkehrhypothek“. Diese Idee basiert auf einem Konzept aus den USA, bei dem Immobilienbesitzer einen Teil ihres Eigenheims beleihen und lebenslanges Wohnrecht in den eigenen vier Wänden erhalten. Im Gegenzug erhalten Rentner von den Banken ein Kredit, für den Betroffenen keine Rückzahlungsraten berechnet werden. Steuerfrei erhalten Immobilienbesitzer das Geld als Einmalzahlung oder monatliche Rente. Der Vorteil dieses Finanzierungskonzepts liegt auf der Hand: Die Rentner bleiben Immobilieneigentümer, leben mietfrei in Ihrem Zuhause und können größere Anschaffungen einfacher realisieren. Als Sicherheit tragen die Kreditinstitute für sich eine Grundschuld ein.

Zustand und Alter der Immobilie entscheiden

Die Höhe der Umkehrhypothek hängt deutlich von der Lage sowie dem Zustand und Alter des Hauses ab. Je höher der Wert der Immobilien ist, desto interessanter sind die Grundstücke, Eigentumswohnungen und Häuser für Banken. Damit Kreditinstitute keine allzu großen Risiken eingehen, werden Angebote für die Kunden zumeist nicht unter dem 60. Lebensjahr unterbreitet. Aktuelle Zinsänderungsrisiken werden einkalkuliert. Des Weiteren müssen die Kunden Kosten für den Notar, Gutachter sowie die Grundschuldbestellung auf sich nehmen. Ein großes Problem besteht hierzulande darin, dass nur wenige vergleichbare Angebote vorliegen. Einige Anbieter wie die ImmoKasse haben sich mittlerweile wieder komplett vom deutschen Markt zurückgezogen. Im Gegenzug bekunden jedoch zunehmend mehr Versicherungen und Banken ihr Interesse an der Umkehrhypothek. Steht ein Umzug ins Pflegeheim bevor, soll das Haus verkauft werden oder tritt der Todesfall ein, ist das Darlehen fällig. Nun steht es Erben frei, ob Sie die Immobilie verkaufen und den Kredit plus Zinsen durch die Veräußerung des Objektes tilgen oder ob Sie das Haus verkaufen und den Kredit mit anderen Mitteln tilgen.

Die Angebotskalkulationen sind nur schwer nachvollziehbar

Allerdings spielen die hohen Sicherheitspuffer bei diesem Finanzkonzept eine ausschlaggebende Rolle. Der Grund für die nur schwer nachvollziehbaren Angebotskalkulationen basiert beispielsweise auf der Tatsache, dass Darlehensnehmer maximal bis zur Höhe des Verkehrswerts der Immobilie haften. Die Schwierigkeit dieses Aspekts besteht jedoch darin, dass eine Wertschätzung für die Zukunft nur schwer vorhersehbar ist. Nichtsdestotrotz ist eine Umkehrhypothek eine spannende Alternative, ein abbezahltes Haus zu Lebzeiten zu Geld zu machen und die Rente aufzustocken. Da Laien mit der komplizierten Angebotskalkulation zumeist überfordert sind, ist eine anwaltliche Unterstützung dringend erforderlich.

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